Erwachen für Tod

Erwachen für Tod wird auch als Titel über meinen nächsten Blogbeiträgen stehen. Erwachen für Tod lädt dich ein, nicht wegzusehen, wenn Menschen auf ihrer letzten Lebensmeile nackter und nackter sich zeigen. Ist eine Einladung,  selbst nackt, verletzbar und zerbrechlich zu werden, um wahrhaftig begleiten zu können. Begleiten in den Tod – auf dem ganz persönlichen und individuellen Weg ins Licht.  

Tod er-leben

Ich habe in einem einzigen Jahr das Sterben meiner drei nächsten und langjährigsten Freunde begleitet, unlängst das meines geliebten Lebenspartners mit allen Fasern er-lebt. Und jetzt gerade sitze ich oft bei meiner betagten Mutter. Freue mich über die kleinen Freuden, die sie vom Leben noch annehmen mag.  Hülle sie in meine Liebe. Sehe das Licht vom Licht in ihr und bin vor allem einfach da.

 

Gefühle mit Rosen ausgedrückt
Gefühle mit Rosen ausgedrückt

 

Da, wenn sie vor Schmerzen stundenlang schreit. Da, wenn sie darum bettelt, sterben zu dürfen. Da, wenn sie über die Gemeinheiten des Lebens jammert. Da, wenn sie bedürftig wie ein kleines Kind darum fleht, ich möge noch bleiben, doch bald wiederkommen. Da, wenn die Dämonen der Einsamkeit sie belagern. Da, wenn Bilder und Verletzungen ihres Lebens an die Oberfläche schwappen. Da. Da. Da. Ganz und gar präsent. Mit offenen Herzen. Und das ist manchmal auch bei aller Liebe eine echte Herausforderung. Denn es gibt Momente, wo  mir der Atem stockt, Beklemmung sich breit macht.

Nichtsdestotrotz empfinde ich es als grosse Ehre, die Frau begleiten zu dürfen, die einst so viel Zeit und Liebe für mich hatte.

Liebevoll betrachte ich ihre inzwischen kleine Statur, ihr runzliges Gesicht, ihre welken Hände, ihr vom Leben müder Körper, der meine erste Heimstätte auf dieser Erde war.

 

Meine Liebe hört ihr zu. Heilung passiert in uns beiden.

 

Je besser es mir gelingt, Sterben und Tod von innen zu sehen und zu begreifen – und nicht bloss als Zerfall von aussen zu betrachten – desto grösser wird mein Staunen. Meine Ehrfurcht ob der Heiligkeit dieses Prozesses. Der Gnade. Der Schönheit. Des Mysteriums.

So wie Schwangerschaft und die Geburt weibliche Mysterien sind, so ist auch das Sterben, der Tod ein Mysterium. Ein Mysterium, das wir mit dem Kopf nie ganz werden erfassen können.

In der heutigen Zeit kann ich mich zwar bewusst dafür entscheiden, ob ich schwanger werden will. Bin ich jedoch einmal schwanger, so muss ich mich dem Prozess hingeben, der  im Dunkel meines Körpers sich abspielt, ihm vertrauen.

Genauso verhält es sich beim Sterben, bei der Sterbebegleitung. Ich kann mich nur darauf einlassen, mich öffnen, mich berühren und rufen lassen………mich ungeschützt zeigen. Nichts anders sein wollen, als ich bin: ein Mensch. Und schauen, welche Lektionen, welche Geschenke, welche Herausforderungen, welche Wunder Sterben und Tod für mich bereithalten.

Die Beiträge „Erwachen für Tod“ sind mein  Dankeschön an all  jene wundervollen Menschen, die mich teilhaben liessen am letzten Stück ihres Lebensweges, ihrer Erkenntnisse und Wahrheiten.  Ihres Nacktseins.  Ihrer Freude, ihrer Ängste und Schmerzen, ihres Friedens………..Ich verneige mich in tiefem Respekt vor dem Schicksal, das sie für sich gewählt haben. Und ich verneige mich vor etwas Grösserem, Unfassbaren.

 

 

Ein gemeinsames Üben des Lebens im Moment. Ein Singen im Dunkeln.

Wenn du die Geburt eines Kindes, der Tod eines geliebten Menschen schon miterlebt hast, dann weisst du, diese Momente sind unauslöschlich eingeschrieben in unsere Herzen.

Ich teile meine Wahrheit über  Sterben und den Tod aus der Tiefe meines Herzens mit der Welt, mit Dir.

Momente, in denen Herzzerreissendes und Glücksgefühle oft ganz nahe in meiner Brust beieinander wohnten.

 

Sprechen über Tod und Sterben gehört noch immer  zu den Tabuthemen unserer Zeit.

Ich breche den Bann.

Ich zeige mich dir in meiner Verletzlichkeit.

Meinen Tränen.

Meiner Furchtlosigkeit.

Meiner Stärke.

Ich erhebe meine Stimme, die durch die Erfahrung von Sterben und Tod – mein aufgebrochenes Herz – noch weicher und zugleich klarer geworden ist:

Der Tod ist eine gute und barmherzige Lehrmeisterin – sie lehrt dich das Mysterium des Lebens, der Stille, der Leere, des Lauschens. Sie belehrt und tröstet auf geheimnisvolle Weise.

Ich habe Tod als Initiation erlebt.

Ein gnadenvoller Fluss, der mich tiefer und tiefer ins Leben führt.

Aufgenommen sein in einen wortlosen, bildlosen Strom.

Eine Umarmung.

Vielleicht alles, was man mit Gott erleben kann.

 

 

Erwachen für Tod.

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Samen
Samen

 

Und ich beginne hier mit einer kleinen Geschichte aus unbekannter Quelle, die ich vor langer Zeit wohl einmal gelesen und aufgeschrieben habe:

Ein Mensch, jung, betritt einen Laden. Er fragt den Verkäufer: Was verkaufen Sie? Die Antwort: Alles, was sie wünschen. Ja dann, sagt der junge Mensch, dann möchte ich das Ende aller Kriege und dass kein Kind mehr verhungert und dass die Menschen miteinander reden statt sich totzuschlagen und dass mehr Freude ist auf der Welt……… Der Verkäufer sagt: Aber wir verkaufen keine Früchte, nur Samen.

 

Samen.

Samen – sollen diese Beiträge sein. Samen die in deinem Leben, deinem Herzen vielleicht aufgehen und blühen im Namen all derer, die uns vorausgegangen sind im Leben, im Tod.

 

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